Alle Menschen
sind gleich, nur fahren die einen mit Chauffeur, die anderen fahren selbst. (Paul
Mommertz)
Ich
freue mich, dass ich in den nächsten Tagen das Frühstück sozusagen serviert
bekomme.
Clyde
bleibt die ganze Zeit in meiner Nähe, dass ich ihn auch ja nicht vielleicht aus
Versehen vergesse – nun, wie könnte ich?
Als
dann das erste Mal ‚Kassel‘ angeschrieben steht, fühlt es sich schon fast ‚nordisch‘
an, wobei wir da immer noch in Bayern sind.
Es
sind doch recht viele Autos unterwegs, aber es läuft und das ist schließlich
die Hauptsache. Ich mache Notizen und Bilder um mir die Zeit zu vertreiben,
Klaus ist da eher der ‚ich glaub ich ess noch was‘. Clyde nimmt alles gelassen
und liegt zu meinen Füssen und schläft.
Es
läuft gut und mir scheinen die Kassler Berge heute gar nicht so bergig. Mir
fällt ein altes Truck-Stop Lied ein (mein Vater war früher Countrymusik Fan und
wir haben das ziemlich oft gehört) in dem es heißt „Sogar die Kassler Berge
sind heut‘ platt“ …
Doch
dann läuft es plötzlich doch nicht mehr so gut. Gleich hinter Göttingen geraten
wir in einen Stau. So ein Smartphone hat ja durchaus was und ich google mal die
aktuellen Staumeldungen. Tatsächlich ein ca. 10 km langer Stau vor uns. Nun,
jetzt können wir nicht mehr anders fahren und so üben wir uns in Gelassenheit
und versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Zum Beispiel in dem wir
über die anderen Autofahrer lästern oder mehr oder minder schlaue Kommentare
zum Geschehen abgeben.
Die
Landschaft verändert sich hier doch schon merklich und alles wird etwas
flacher. Und als wir dann nach Hildesheim den letzten Berg runterfahren, liegt
die Ebene vor uns. Ein schöner Anblick, immer wieder.
Gegen
halb sechs kommen wir dann in Zeven an. Meine Geburtsstadt. Gelebt haben wir
hier zwar nicht so lange, aber so ein bisschen fühle ich mich doch verbunden.
Im
Zevener Stadtpark sehe ich es dann. Irgendwie läuft unsereiner doch immer sehr
zielgerichtet auf die Zeichen zu – eine gelbe
Muschel auf blauen Grund. Durch Zeven führt die Via Baltica – ein Teil des
Jakobsweges – und wir folgen den gelben Pfeile für ein Stück durch den
Stadtwald. Schön! Inzwischen habe ich herausgefunden, dass es hier sogar eine Pilgerherberge gibt. Für meine doch schon etwas betagteren Eltern ist das aber nichts mehr und so bleiben wir bei der Unterkunft im Hotel.
Wieder
in eben jenem gibt es erst für Clyde Abendessen und dann für uns. So gesättigt senkt
sich bald die Müdigkeit über alle und wir freuen uns über die frisch gemachten
Betten im Hotelzimmer …
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